Zukunftsforschung und Strategieberatung

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Lehr- und Fachbücher

pdfIn die Zukunft führen - Strategieentwicklung mit Szenarien

H. G. Graf; G. Klein, Mai 2003, Verlag Rüegger, Chur/Zürich

ISBN: 978-3-7253-0746-3

...und in Zukunft die Wissensgesellschaft - Der Umgang mit Wissen im Entscheidungsprozess

H. G. Graf, 2001, Verlag Rüegger, Chur/Zürich

ISBN: 978-3-7253-0705-0

pdf Economics & Management - Zusammenhänge der Wirtschaftswelt

H.G. Graf, 2005, Verlag Rüegger, Chur und Zürich

ISBN: 978-3-7253-0806-4

Wissenschaftliches Vorgehen

Wie vorstehend bereits erwähnt, ist die Beschäftigung mit der Zukunft wohl seit jeher eine der wichtigen menschlichen Aktivitäten. Es kann an dieser Stelle nicht darum gehen, einen Abriss über die Geschichte der Zukunftsforschung zu geben. Auch die modernen Ansätze der Zukunftsforschung zielen grundsätzlich – ebenso wie primitive Wahrsagerei – darauf ab, die Zukunft zu „entdecken“ und häufig auch – wenn immer möglich – die Zukunft gemäß menschlichem Willen zu gestalten. Im Gegensatz zur Wahrsagung jedoch ist Zukunftsforschung nicht auf den Glauben an Übernatürliches, Zauberei, mystische Methoden, Aberglauben oder geheime Kräfte irgendwelcher Individuen oder Gruppen ausgerichtet. Eher ist das Gegenteil der Fall. Zukunftsforschung ist ein Teil modernen Humanismus, sowohl im philosophischen als auch im wissenschaftlichen Sinn. Sie ist säkular und aufgeklärt. Die Zukunftsforscher wollen das Mystische an der Zukunft beseitigen, indem sie ihre Methoden explizit darstellen, systematische und rationale Ansätze wählen, die Ergebnisse auf empirische Studien der Wirklichkeit abstützen und die Plausibilität ihrer Logik in offener Diskussion und intellektueller Debatte auf die Plausibilität der Überlegungen überprüfen. Ebenso gehören Kreativität und Intuition zur Zukunftsforschung. Obwohl manche Zukunftsforscher gelegentlich dieses Vorgehen missbrauchen, kann bei der überwiegenden Zahl davon ausgegangen werden, dass sie dieser Zielsetzung folgen. Auch in früheren Jahrhunderten kann unterstellt werden, dass Wahrsager bemüht waren, ihre Aussage empirisch zu testen, indem sie z.B. die Stärke des feindlichen Heeres durch Spione auskundschaften ließen, bevor sie dem Herrscher Sieg oder Niederlage ankündigten (insbesondere, wenn eine Falschaussage mit der Todesstrafe bedroht war!).

Die Zukunftsforschung will also einen Beitrag zur Verbesserung der Entschei- dungsgrundlagen liefern, wobei aus wirtschaftlicher Optik die strategisch/normative Entscheidungsebene im Vordergrund steht. Je länger desto mehr hat sich in diesem Zusammenhang die Erkenntnis durchgesetzt, dass dazu notwendigerweise mehrere Zukünfte betrachtet werden müssen, da unterschiedliche Wege in die Zukunft führen. Die unternehmerische Strategie ist also darauf auszurichten, auch in mehreren Zukünften Erfolg zu versprechen. Diese strategischen Überlegungen über die zukünftige Entwicklung der Umfelder der Unternehmung bestimmen letztlich in Kombination mit der Vision, was die Unternehmung zukünftig erreichen bzw. sein will, die Planung der langfristigen Schritte, welche die Unternehmungsleitung vorzusehen hat. Ein derartiges Vorgehen spiegelt prinzipiell das kriegswirtschaftliche Handwerk wider; die Ansätze der Zukunftsforschung lassen sich häufig auf die Militärwissenschaften zurückführen. Ebenso sind „think tanks“ ursprünglich dort beheimatet (z.B. die Rand Corporation in den USA). Planung hat die Kriegszüge von Alexander dem Großen, von Hannibal oder Dschingis Khan ebenso bestimmt, wie der Bau der großen Mauer in China oder des Tadsch Mahal in Indien. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Planung wurde allerdings erst im 20. Jahrhundert derart bedeutsam und umfassend, dass sie seitdem praktisch in das tägliche Leben sozusagen jeden Individuums eingreifen. Erst mit der Schaffung der modernen Staaten erfuhr das tägliche Leben eine bewusste Steuerung und Kontrolle, welche Ergebnisse der Zukunftsforschung zur Voraussetzung haben.

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